Studie Klima- & Energiestrategien der Länder

veröffentlicht von Stefan
Bis 2030 will Österreich 100% seines Strombedarfes mit Ökostrom decken. Im Bereich Photovoltaik würde dies eine Verzehnfachung der aktuellen Leistung bedeuten auf rund 11 TWh pro Jahr.  Ebenso müsste die Produktion aus Windkraft verdreifacht werden. Die bereits gut ausgebaute Wasserkraft- und Biomasseinfrastruktur müsste jeweils um 1 bis 2 TWh erhöht werden. Fraglich ist nun ob die Strategien und geplante Ausbau der einzelnen Länder ausreichen um die für 2030 geplante Leistung zu erreichen?
Die Bundesländer müssen beim Vorantreiben der Energiewende jetzt Gas geben!

Der Dachverband Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ) und die Österreichische Energieagentur analysieren in ihrer neuesten Studie Klima- und Energiestrategien der Bundesländer und zeigen auf, welche Ergebnisse daraus bis 2030 österreichweit erreicht werden. Zugleich wird verdeutlicht, dass sowohl Bund als auch die Bundesländer einander bei ihrer jeweiligen Zielerreichung brauchen.

Derzeit würde sich bei Betrachtung der aktuellen Entwicklungen unterschiedlicher Faktoren Stromaufbringung, Energieeffizienz und Treibhausgasemissionen ein sehr erkennbarer Aufholbedarf auf Ebene der Bundesländer abzeichnen. In einigen Fällen sei also die Summe der Länderziele noch nicht mit den nationalen Klimazielen bis 2030 Österreich zu 100 % mit Ökostrom zu versorgen, vereinbar. Fakt ist: Um die Energiewende voranzutreiben, muss bis 2030 die jährliche Stromerzeugung aus Sonne, Wind, Wasser und Biomasse von 2020 bis 2030 um 27 TWh ausgebaut werden. Die derzeitigen Länderziele würden allerdings in Summe nur einen Zubau von 10,4 TWh ergeben, was 40% des nationalen Ausbaubedarfs ergeben würde. Heruntergebrochen auf die unterschiedlichen Energieträger würde das bedeuten: Bei Photovoltaik müssen die Ausbauziele in den Ländern um zusätzliche 8,2 TWh, bei Windkraft um 5,2 TWh, bei Wasserkraft um zumindest 2,2 TWh und bei erneuerbarer Wärmekraft um zusätzliche 1,0 TWh erhöht werden.

Eine gute Nachricht ergibt allerdings die Analyse der Ausbaupotentiale für Grünstrom in den heimischen Bundesländern. Hier wird ersichtlich, dass die realisierbaren Potenziale für Sonne, Wasser, Wind und Biomasse in den Ländern vorhanden seien, um bis 2030 100% erneuerbare Stromerzeugung in Österreich zu erreichen.

Gänzlich fehlt noch in den Strategien und der darauf resultierenden Studie die Behandlung von Wasserstoff (sowohl für Mobilität als auch Wasserstoffspeicher). Die zugrunde liegende Wasserstoffstrategie des Bundes soll im Laufe des Jahres 2021 veröffentlicht werden.

Es brauche nun die Zusammenarbeit auf allen Ebenen, um die Energiewende voranzutreiben. Es heißt insbesondere, dass nun jedes Bundesland für sich gefordert sei, nach seinen unterschiedlichen Gegebenheiten individuelle Schwerpunkte festzulegen, um so die österreichweiten Klimaziele bis 2030 zu erreichen.

Eine ausführlichere Zusammenfassung der Studie zum Download gibt es HIER.

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