In 5 Schritten zur Energieeffizienz in Unternehmen

Aug 28, 2020Blog

Spätestens durch die drastische Reduktion der Umweltbelastung, ausgelöst durch Lockdowns während der Coronakrise, wurden die Auswirkungen der Klimakrise für viele offensichtlich. In den Kanälen Venedigs wurde das Wasser klar, es häufen sich Wal-Sichtungen in Gebieten, in denen seit Jahren keine gemeldet wurden und eine deutliche Verbesserung der Luftqualität quer durch Europa.

Gleichzeitig werden Förderungen und Unterstützungen des Staates für die „Wiederbelebung“ der Wirtschaft wie z.b.: die Corona-Investitionsförderung von 14% auf umweltfreundliche Investitionen für Unternehmen an Nachhaltigkeitskriterien geknüpft. Das erklärte Ziel der Bundesregierung Österreichs bis 2030, 100% des Strombedarfs durch erneuerbare Quellen zu decken, scheint durch die nun gesetzten Maßnahmen um vieles realistischer. Wir gehen also davon aus, dass Unternehmen, Landwirte und öffentliche Einrichtungen, die ökologischen Lösungen umsetzen, in den nächsten Jahren einen Wettbewerbsvorteil genießen werden.

Dafür haben wir einen „groben“ Fahrplan für Unternehmen skizziert, welche Schritte in welcher Reihenfolge gesetzt werden können, um die maximale Energieeffizienz zu erreichen.

Die „BIG 4 der Nachhaltigkeit“ – LED in Verbindung mit Fotovoltaik, Energiespeicher und E-Mobility zeichnet sich als eine gute Lösung für die Industrie aus. So funktioniert das vierstufige Programm für einen typischen Betrieb:

Schritt 1: Umrüstung auf LED – Reduzierung des Energiebedarfs

Die Beleuchtung stellt in Industriebetrieben bis zu 30% der gesamten Energiekosten dar. Eine Optimierung bietet also sehr viel Einsparungspotenzial. Als Erstes werden die laufenden Stromkosten, die zu einem signifikanten Anteil aus der Beleuchtung von großen Lagerhallen und Arbeitsstätten bestehen, durch die Umrüstung auf LED um 50% bis 86% gesenkt.

Die LED-Beleuchtungstechnik hat in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung durchgemacht und ist mittlerweile durch die hohen Absatzmengen preislich sehr attraktiv. Und bietet folgende Vorteile:

 

  • Die LED Leuchten oder Lampen haben aktuell unter den am Markt befindlichen Beleuchtungsprodukten die höchste Lebensdauer. Diese liegt bei ca. 15 Jahren, wobei diese maßgeblich durch die „Stärke“ der Nutzung beeinflusst wird (Einschaltdauer und Leistung). Das verringert nicht nur die Kosten, sondern auch den Wartungsaufwand, der durch kürzere Lebenserwartungen sehr hoch ausfallen kann.
  • LED verbraucht bis zu 80% weniger Energie bei gleicher Leuchtleistung im Vergleich zu herkömmlichen Leuchtmitteln, wie z.b.: HQI Strahler, Gasdampfleuchten oder klassischen Glühbirnen bei gleichzeitig wesentlich höheren Lichtstärken. Ebenfalls entfallen Vorglüh- oder Abkühlzeiten bei Industrieleuchten.
  • Eine smarte Lichtsteuerung (wie z.b.: PHILIPS GreenWarehouse oder Interact) kann den bereits gesenkten Stromverbrauch noch weiter reduzieren. Ein Algorithmus nutzt die Sensoren in der Leuchte verbauten Sensoren, um das gesamte System automatisch zu steuern. Dies bedeutet zum Beispiel, dass die Lichtstärke bei Sonnenlichteinfall automatisch gedimmt wird und konstant auf dem gewünschten Niveau gehalten wird oder dass sich die Beleuchtung erst aktiviert wenn Mitarbeiter in dem Bereich unterwegs sind. Hierbei kann ein weiterer Vorteil von 30% erreicht werden.

Schritt 2: Energiegewinnung durch Fotovoltaik – Kostenlosen Strom selbst produzieren

Große Industriegebäude wie Lagerhallen benötigen nicht nur viel Beleuchtung, sondern haben auch große Dachflächen, die in den meisten Fällen nicht verwertet werden. Diese ungenutzten Flächen eigenen sich perfekt zur Sonnenstrom-Erzeugung.

Durch Fotovoltaik reduzieren sie den vom klassischen EVU (Energieversorgungsunternehmen) zugekauften Strom und somit die monatlichen Stromkosten. Das Unternehmen hat nun nicht nur eine stromsparende Beleuchtung, dessen Energiebedarf leicht von einer Fotovoltaik-Anlage gedeckt werden kann, sondern kann auch die Energiekosten weiterer Verbraucher, wie Computer oder Maschinen im Betrieb reduzieren.

Fotovoltaik hat in dem letzten Jahrzehnt eine enorme technische Entwicklung durchgemacht. Ein klassisches Fotovoltaik Paneel erzielt mittlerweile eine kWp Leistung von 340 Watt im Vergleich zu 190 Watt vor zehn Jahren. Zusätzlich wurde Wirkungsgrad bei schlechtem Wetter, Einfallswinkel und Lichtdispersion verbessert. Ebenfalls ist auch die früher oft geforderte „Südausrichtung“ nicht mehr notwendig, sondern vor allem bei Unternehmen eher eine Ost-West Ausrichtung optimal, um eine gleichmäßige Stromproduktion über den ganzen Tag hinweg zu erreichen anstatt eines Peaks zu Mittag. (Wo nebenbei bemerkt die meisten Betrieb Mittagspause machen und am wenigsten Strom benötigen)

Zusätzlich zur technischen Weiterentwicklung sind durch die erhöhte Nachfrage und Massenproduktion die Preise stark gefallen. So kostet eine Fotovoltaik-Anlage heutzutage ca. 70% weniger als vor 10 Jahren bei gleichzeitig wesentlich höherem Wirkungsgrad. Eine optimal geplante Fotovoltaik Anlage hat aktuell einen ROI von ca. 8 Jahren.

Schritt 3: Speicherlösung für mehr Unabhängigkeit

Durch den Einsatz von Speicherlösungen kann die tagsüber generierte Energie flexibel eingesetzt werden, was je nach Kapazität der Fotovoltaik Anlage zu einer vollständigen Unabhängigkeit des Unternehmens vom Netz führen kann. Beim Stromspeicher ist ebenfalls die Planung und Berechnung anhand des Lastprofils vom Unternehmen unumgänglich. Daraus kann die optimale Größe in Kombination mir einer Photovoltaik Anlage berechnet werden.

Vorteile eines Stromspeichers:

• Kappung von Lastspitzen, die sehr teuer bezahlten Lastspitzen z.b.: beim Einschalten der Produktionsmaschinen können durch den Speicher reduziert oder vermieden werden.
• Deckung des Strombedarfs in der Nacht (Server, Nachbeleuchtung oder Alarmanlage) durch den eigens untertags produzierten Strom.
• Schnelles Laden von Elektro-Autos durch höheren Stromoutput.
• Erweiterung um Notstromfähigkeit ermöglicht komplette Autonomie

Schritt 4: E-Mobility für noch mehr Fahrvergnügen ohne schlechtem Gewissen

In der vierten Ausbaustufe dieses Konzeptes führt das Unternehmen E-Mobility ein. Der durch die Photovoltaik Anlage kostenlose Strom wird verwendet, um die E Tankstellen am Parkplatz zu betreiben. Somit wird 100% erneuerbare Energie verwendet, um die PKWs anzutreiben anstatt fossile Brennstoffe zu nutzen.

Optimal ist hierfür die Kombination mit einem Stromspeicher um eine schnelle Ladegeschwindigkeit bei den Elektro Autos zu erreichen. Je nach Tageszeit und Anlagengröße ist die Leistung eventuell nicht ausreichend um das Auto mit mindestens 11, 22 oder 33 kW Ladestation zu beladen. Ein Speicher kann die geladenen Energie mit einem sehr hohen Leistung wieder abgeben und daher gewährleisten, dass die Elektro Autos schnellst möglich geladen werden. Der Betrieb der eigenen E-Mobility Flotte hat dabei viel geringere variable Kosten, als die herkömmliche Verbrenner Variante.

Zusätzlich profitieren Unternehmen von attraktiven Förderungen, niedrigen Versicherungs, Wartungs- und Instandhaltungskosten der E-Mobility Flotte. Nicht zu vergessen der Vorteil für die Angestellten, dass Elektro Autos in Österreich Sachkosten befreit sind und somit keine Reduzierung des Nettogehalts verursachen.

Schritt 5: Umstieg auf elektrisch getriebene Verbraucher – Beispiel Wärmepumpe

Nachdem die „einfachsten“ Bereiche umgestellt wurden kann das Unternehmen weitergehende Schritte setzten durch die Umrüstung weiterer Verbraucher im Unternehmen. Klassischerweise handelt es sich hierbei oft um ältere Geräte oder Maschinen, die noch mit fossilen Brennstoffen oder anderen ähnlichen ineffizienten Motoren betrieben werden.

Die Umrüstung eines weiteren Verbrauchers auf ein vergleichbares Elektrogerät erhöht, eine ausreichende Dimensionierung der Photovoltaik Anlage vorausgesetzt, den Eigenverbrauch und verkürzt folglich den ROI der Photovoltaik Anlage deutlich. Je mehr Verbraucher auf elektrische Alternativen umgestellt werden desto höher die Kostenersparnis und die CO2 Reduktion.

Ein von uns häufig eingesetztes Produkt ist dabei die Wärmepumpe. Dieses ersetzt die in Österreich weitverbreiteten Öl- und Gasheizungen und ist äußerst günstig in der Instandhaltung. Der Strom für den Betrieb kommt aus der hauseigenen Fotovoltaik Anlage.

 

Einsparung durch Effizienz – mit Ökologie zur Ökonomie

Dieses Konzept soll einen möglichen Fahrplan für Unternehmen darstellen, wie eine höhere Energieeffizienz durch Erzeugung und Einsparung erreicht werden kann. Natürlich sind die Schritte auch in unterschiedlicher Reihenfolge möglich, jedoch hat sich dieser Ablauf bei vielen unserer Kunden sehr bewährt und zu erheblichen Kostenersparnissen und CO2 Einsparungen geführt.

Die Kombination dieser unterschiedlichen Produkte und Lösungen hat dazu geführt dass die ökologischste auch gleichzeitig die ökonomischste Lösung ist!

Gerne beraten wir auch Sie rund um das Thema Energieeffizienz, Nachhaltigkeit, Finanzierung, Förderung und den damit verbundenen Wettbewerbsvorteilen.

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